BE weiter auf gutem Kurs
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30.12.2011

BE weiter auf gutem Kurs

Von Irene Schmidt - Nordhorn. Wie „goldrichtig“ die Entscheidung gewesen sei, trotz aller Widerstände und Bedenken an der Entwicklung des Europarks festzuhalten, begründet Joachim Berends: „Dort hat sich eine eigenständige schienenaffine Industrie entwickelt, dort liegt die Zukunft der Zukunft der BE.“ Für diese Weitsicht in der Vergangenheit zolle er seinen Vorgängern in der BE-Leitung, Peter Hoffmann und Gerhard Alsmeier, Respekt.

Knapp 70 Prozent des Gütertransportaufkommens für die Bentheimer Eisenbahn werden laut Berends im Europark generiert. Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr lag auf Sand- und Kiestransporten für Unternehmen in Nordhorn und Laarwald, auf Agrarprodukten, Erdöltransporten, Torftransporten, Stahltransporten und Sendungen des Kombinierten Verkehrs. Neu hinzu gekommen sind drei Züge pro Woche mit flüssigem Tierfutter von der polnischen Grenze nach Coevorden.

Eine Zunahme der Transporte erwartet Berends auch im Shuttleverkehr zwischen dem Euroterminal Coevorden und dem Rotterdamer Hafen. Zur Zeit verkehren zwischen dem Rangierbahnhof vor Rotterdam, Kijfhoek, und dem Europark fünf bis sechs Shuttlezüge pro Woche. Ein Partnerunternehmen zieht die Züge mit jeweils zwei Dieselloks. Das wird sich ändern: Die Bentheimer Eisenbahn hat eine gebrauchte Elektrolokomotive der Nederlandse Spoorwegen erworben, die am 22. Dezember in Bad Bentheim generalüberholt ausgeliefert wurde. Diese erste E-Lok der Bentheimer Eisenbahn, die nur im niederländischen Gleichstromnetz verkehren kann, soll in Zukunft die BE-Züge durch Nordholland ziehen. „Diesel rechnet sich bei schweren Zügen nicht mehr“, erklärt Berends. Eigens für die neue Lok stellten sich drei Lokführer der BE einer umfangreichen Zusatzausbildung: Sie mussten Niederländisch lernen, den niederländischen Lokführerschein erwerben und Streckenkenntnisse nachweisen. Drei weitere Lok-Führer werden im Jahr 2012 ebenfalls diese Ausbildung erhalten.

Berends erwartet vom eigenen Team mit eigener „Holland-Lok“ mehrere Effekte, die sich für die BE und ihre Tochterunternehmen „rechnen werden“: Zum einen ist die Firma Euroterminal Coevorden dann Auftraggeber für die BE und es müssen keine Fremdleistungen mehr im bisherigen Umfang in Anspruch genommen werden. Zum Anderen gehen 2013 die zwei neuen Tiefseehäfen an der Rotterdamer Maasvlagte in Betrieb. Zweidrittel der dort auf Schiffen anlandenden Container sollen auf Schiffen oder Zügen weitertransportiert werden. Coevorden könnte dann, so die Hoffnung, zu einem „Dryport“, einem „Trockenhafen“ werden, in dem die per Zug angelieferten Container vom Zoll abgefertigt und auf ihre weitere Reise geschickt werden. „Da ist viel in Bewegung“, meint Berends: „Für uns ist das hoch interessant, was sich dort für die Zukunft entwickelt.“

Auf Weiterentwicklung ausgerichtet sind auch zwei andere Maßnahmen im Europark: Das Projekt „Gleisbogen C“ ist eines davon. Zurzeit müssen alle Güterzüge auf dem Gelände des Bahnhofs Coevorden rangieren. Zum einen ist das nachts untersagt, zum anderen kann die maximale Zuglänge nicht ausgenutzt werden. Daher soll ein Gleisbogen in den Europark gelegt werden, der den Bahnhof entlastet und der Gemeinde Coevorden erlaubt, das Bahnhofsgelände neu zu überplanen. Das Planverfahren in den Niederlanden sei weit fortgeschritten, so Berends. Die niederländische Seite trage darüber hinaus den Löwenanteil der Kosten.

Zum Zweiten soll im neuen Jahr im Europark auf deutscher Seite ein Parallelgleis angelegt werden, das es erlaubt, ansiedelungswillige Unternehmen ohne Wartezeit und größere Planungsfristen an das Schienennetz anzuschließen.

Das Euroterminal Coevorden befindet sich laut Berends und Ricken ebenfalls im Aufwärtstrend. Dort hatte die Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 bis 2010 tiefe Spuren hinterlassen. Mit 23000 Containern, die 2011 dort umgeschlagen wurden und damit 50 Prozent Umsatzplus gegenüber 2010, hat das Terminal seine Stärke von vor der Krise wieder erreicht. Für 2012 stehen die Signale auf Wachstum. Einen deutlichen Anteil daran haben viel versprechende Verträge mit dem Unternehmen „Procter & Gamble“, das über eine Verbindungsstraße nun direkt angeschlossen ist. Allein 8000 Container werden von dort aus auf Züge verladen.

Über Ergebnisse und Perspektiven der Bus- und LKW-Sparte sowie sonstige Neuerungen informieren die GN in einem weiteren Bericht in den nächsten Tagen.

Quelle: gn-online.de

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